Bei Google kannst du Rankings messen. Bei KI-Assistenten gibt es keine Position 1 bis 10 – nur eine Antwort, die sich von Anfrage zu Anfrage unterscheiden kann. Trotzdem lässt sich Sichtbarkeit messen: Mit einem festen Set an Fragen, einer klaren Auswertung und regelmäßiger Wiederholung erkennst du Trends, Schwachstellen und den Effekt deiner Maßnahmen.
Inhaltsverzeichnis
Warum KI-Sichtbarkeit anders gemessen werden muss
KI-Antworten sind nicht stabil. Dieselbe Frage kann heute zu einer anderen Liste führen als gestern, abhängig von Formulierung, Standort, Modellversion und Zufall. Einzelne Tests sagen deshalb wenig aus. Aussagekräftig wird es erst, wenn du viele Fragen wiederholt testest und den Anteil der Antworten betrachtest, in denen du vorkommst – den sogenannten Share of Voice.
Schritt 1: Den Fragenkatalog erstellen
Formuliere Fragen so, wie Kunden sie stellen. Mische drei Typen:
| Fragetyp | Beispiel | Was du lernst |
|---|---|---|
| Generisch lokal | „Welche Physiotherapie in Augsburg ist empfehlenswert?“ | Wirst du ohne Namensnennung empfohlen? |
| Spezifisch | „Physiotherapie in Augsburg mit Schwerpunkt Sportverletzungen und Termin am Samstag?“ | Passt dein Profil zu Detailfragen? |
| Marke | „Was weißt du über Physio Muster in Augsburg?“ | Ist das Bild der KI korrekt und positiv? |
| Vergleich | „Physio Muster oder Physio Beispiel – welche ist besser?“ | Wie schneidest du gegen Mitbewerber ab? |
Schritt 2: Testbedingungen festlegen
- Immer dieselben Systeme testen, z. B. ChatGPT, Gemini, Perplexity, Google-Suche (AI Overview/AI Mode).
- Ohne Anmeldung oder mit einem neutralen Konto ohne Verlauf und Personalisierung testen.
- Bei Google im privaten Fenster suchen; Standort beachten, weil er lokale Ergebnisse stark beeinflusst.
- Jede Frage idealerweise zwei- bis dreimal stellen, um Zufallsschwankungen auszugleichen.
- Datum, System und ggf. Modellversion notieren.
Schritt 3: Antworten auswerten
Erfasse für jede Antwort dieselben Merkmale in einer Tabelle:
| Merkmal | Erfassung |
|---|---|
| Erwähnt? | ja / nein |
| Position | 1., 2., 3. … in der Liste |
| Tonalität | positiv / neutral / negativ |
| Begründung | Wörtlich notieren, z. B. „bekannt für kurze Wartezeiten“ |
| Fehler | Falsche Öffnungszeiten, Adresse, Leistungen? |
| Quellen | Welche Seiten werden verlinkt oder zitiert? |
| Mitbewerber | Wer wird stattdessen oder zusätzlich genannt? |
Schritt 4: Kennzahlen bilden
- Erwähnungsrate: Anteil der generischen und spezifischen Fragen, in denen du genannt wirst.
- Durchschnittliche Position: Wo stehst du, wenn du genannt wirst?
- Positivquote: Anteil der Erwähnungen mit positiver Begründung.
- Fehlerquote: Anteil der Antworten mit falschen Fakten über dich.
- Quellen-Ranking: Welche Quellen tauchen am häufigsten auf? Dort solltest du präsent sein.
Schritt 5: Ergebnisse in Maßnahmen übersetzen
| Befund | Maßnahme |
|---|---|
| Du wirst gar nicht erwähnt | Grundlagen prüfen: Profil, Bewertungen, Website, Crawler-Zugriff (KI-Crawler) |
| Erwähnt, aber mit negativer Begründung | Bewertungen analysieren, unberechtigte entfernen lassen, berechtigte Kritik beheben und beantworten |
| Falsche Fakten | Quellen korrigieren: Profil, Website, Verzeichnisse (NAP-Konsistenz) |
| Nicht bei Detailfragen genannt | Leistungen und Attribute ergänzen, Website-Inhalte vertiefen |
| Mitbewerber werden über bestimmte Listen genannt | In diesen Quellen präsent werden (Entity SEO) |
Tools: Brauche ich Software?
Inzwischen gibt es zahlreiche Tools, die KI-Sichtbarkeit automatisiert messen, indem sie Hunderte Prompts regelmäßig abfragen. Für Agenturen und Unternehmen mit vielen Standorten können sie sinnvoll sein. Für einen einzelnen lokalen Betrieb reicht die manuelle Methode mit einer Tabelle völlig – sie dauert etwa eine Stunde pro Monat und schärft gleichzeitig dein Verständnis dafür, wie die Systeme ticken.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich die KI-Sichtbarkeit messen?
Einmal pro Monat ist für die meisten lokalen Unternehmen ausreichend. Nach größeren Maßnahmen – etwa dem Entfernen vieler unberechtigter Bewertungen oder einem Website-Relaunch – lohnt eine zusätzliche Messung nach vier bis sechs Wochen.
Warum bekomme ich bei jeder Abfrage andere Ergebnisse?
Sprachmodelle erzeugen Antworten mit einer gewissen Zufallskomponente, und Live-Suchen liefern je nach Zeitpunkt andere Quellen. Deshalb sind wiederholte Tests und Durchschnittswerte wichtiger als Einzelergebnisse.
Welche KI-Systeme sind für lokale Unternehmen am wichtigsten?
Google (AI Overviews und AI Mode) hat durch die Verbindung zu Maps die größte Reichweite bei lokalen Suchen. Dahinter folgen ChatGPT sowie – je nach Zielgruppe – Gemini, Perplexity und Copilot.
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