Gute Inhalte bringen nichts, wenn sie die Begriffe verfehlen, nach denen Menschen tatsächlich suchen. Bei lokalen Unternehmen kommt eine Besonderheit dazu: Viele Suchen enthalten gar keinen Ortsnamen, weil Google den Standort des Nutzers automatisch berücksichtigt. Eine gute Keyword-Recherche für Local SEO sieht deshalb etwas anders aus als bei einem Onlineshop.
Inhaltsverzeichnis
Drei Arten lokaler Suchanfragen
| Typ | Beispiel | Besonderheit |
|---|---|---|
| Explizit mit Ort | Steuerberater Hamburg Altona | Ortsname im Suchbegriff – gut planbar |
| „In der Nähe“ | Physiotherapie in der Nähe | Google nutzt den Standort des Geräts |
| Implizit | Schlüsseldienst | Kein Ortsbezug im Text, aber lokales Ergebnis |
Für die Recherche bedeutet das: Du brauchst die Kernbegriffe deiner Leistungen (die implizit lokal gesucht werden) und die wichtigsten Ortskombinationen. „In der Nähe“-Suchen musst du nicht in Texte schreiben – sie werden über Profil und Standort bedient.
Quelle 1: Deine Kunden
Die wertvollsten Keywords findest du nicht im Tool, sondern im Alltag. Wie beschreiben Kunden am Telefon ihr Problem? Welche Begriffe stehen in Anfragen und E-Mails? Und vor allem: Welche Wörter tauchen in deinen Google-Bewertungen auf? Kunden schreiben „Wurzelbehandlung ohne Schmerzen“, nicht „endodontische Therapie“. Genau diese Formulierungen nutzen auch Suchende.
Quelle 2: Google selbst
- Autovervollständigung: Tippe deine Leistung ins Suchfeld und notiere die Vorschläge. Ergänze Buchstaben („Zahnarzt a…“, „Zahnarzt b…“).
- „Ähnliche Fragen“: Die aufklappbaren Fragen in den Suchergebnissen zeigen konkrete Informationsbedürfnisse.
- Verwandte Suchanfragen: Am Seitenende listet Google thematisch nahe Suchen.
- Profil-Statistik: Im Unternehmensprofil siehst du, über welche Suchbegriffe Nutzer dein Profil gefunden haben.
- Google Search Console: Zeigt, für welche Begriffe deine Website bereits Impressionen erhält.
Quelle 3: Keyword-Tools
Mit dem Keyword-Planer von Google Ads (kostenloses Konto genügt) bekommst du Suchvolumen-Spannen für Regionen. Kostenpflichtige Tools liefern genauere Zahlen und zeigen, für welche Begriffe Mitbewerber ranken. Für die meisten lokalen Betriebe reicht aber die Kombination aus Kundensprache, Google-Vorschlägen und Search Console völlig aus.
Suchintention verstehen
Jede Suche verfolgt ein Ziel. Wer „Hautarzt Termin heute“ sucht, will buchen. Wer „Muttermal untersuchen lassen Kosten“ sucht, will sich informieren. Ordne deine Keywords deshalb drei Gruppen zu:
- Transaktional: Termin, buchen, Notdienst, Preis, in der Nähe → Startseite oder Leistungsseite mit klarem Handlungsaufruf.
- Informativ: Wie, warum, Kosten, Ablauf → Ratgeberartikel oder FAQ-Bereich.
- Navigational: Firmenname, „Öffnungszeiten“, „Bewertungen“ → Profil, Kontaktseite, Startseite.
Keywords den richtigen Seiten zuordnen
Erstelle eine einfache Tabelle: Keyword, Intention, Zielseite. Pro Seite ein Hauptthema – nicht fünf Leistungen auf einer Seite um dieselbe Position konkurrieren lassen. Bedienst du mehrere Orte, helfen eigene Standortseiten, sofern du dort wirklich tätig bist.
| Keyword | Intention | Zielseite |
|---|---|---|
| Kfz-Werkstatt Dortmund | Transaktional | Startseite |
| Inspektion Kosten | Informativ | Leistungsseite Inspektion mit Preisbeispielen |
| Klimaanlage auffüllen Dortmund | Transaktional | Leistungsseite Klimaservice |
| Wann muss ich zum TÜV | Informativ | Ratgeberartikel |
Keywords richtig einsetzen
- Im Seitentitel (Title-Tag) und in der Hauptüberschrift (H1)
- Natürlich im Einleitungsabsatz und in Zwischenüberschriften
- In Bildbeschreibungen (Alt-Text), sofern passend
- In den Leistungen deines Google-Profils
- Nicht im Unternehmensnamen des Profils – das verstößt gegen die Richtlinien
Schreib für Menschen. Moderne Suchmaschinen und KI-Systeme verstehen Synonyme und Zusammenhänge. Ein Text, der eine Frage vollständig und verständlich beantwortet, schlägt einen Text, der denselben Begriff zwanzigmal wiederholt. Wie du Inhalte so strukturierst, dass auch KI sie zitiert, erklärt Content für KI-Suchmaschinen.
Häufige Fragen
Muss ich den Ortsnamen in jeden Text schreiben?
Nein. Der Ort sollte auf wichtigen Seiten im Titel, in der Überschrift und in den Kontaktdaten vorkommen. Darüber hinaus reicht natürliche Verwendung.
Wie viele Keywords pro Seite sind sinnvoll?
Ein Hauptkeyword plus einige verwandte Begriffe und Fragen. Wenn du merkst, dass eine Seite zu viele unterschiedliche Themen abdecken soll, teile sie auf.
Wie oft sollte ich die Recherche wiederholen?
Ein kurzer Check pro Quartal reicht meist. Neue Leistungen, saisonale Themen oder Veränderungen in den Profil-Statistiken sind gute Anlässe.
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